Sonntag, 19. Juni 2011

Grantl'n

...ist bayerisch und bedeutet "schimpfen" oder "motzen".


Ja, das WGT war schön, vor allem angesichts der Tatsache, dass meine Freunde aus der Heimat hier waren. Die besuchten Konzerte waren gut, ich habe endlich einen schönen Spitzenschirm und einen Fächer gefunden und auch mit meinen Outfits war ich größtenteils zufrieden. Es wurden neue Bekanntschaften gemacht, inspirierende Menschen getroffen, Kontaktdaten ausgetauscht, gefachsimpelt und gelacht. Ich habe zwar wie jedes Jahr nur ein Drittel meines selbst zusammengestellten Programms wahrgenommen (dass ich Dr. Mark Benecke und Rudy Ratzinger verpasst habe nervt mich immer noch!!) aber trotzdem - alles in Allem war's toll.


(aufgenommen von F. Bujtor)



(aufgenommen von J. Moik)
die Maske jenseits von gut und böse, der Strabismus nimmt das stundenlange Fehlen der Brille übel, vom Choker ganz zu schweigen und dennoch mag ich das Bild :)



Und jetzt das große Aber:

1) Organisation. Angefangen bei der Bändchenausgabe am Hauptbahnhof - im Internet für 11 Uhr angekündigt, öffnete sich der Container erst um 13 Uhr. Na gut, kann mal passieren, man wird ja schließlich entschädigt. Und dass das Obsorge-Bändchen das erste Mal seit langem schöner ist - darüber könnte man auch noch hinwegsehen. Aber wenn ich dann erlebe, dass Centhron in die Moritzbastei gelegt wird, nicht mal alle Zuschauer eingelassen werden und man trotzdem im Inneren des Gewölbes nicht mal an das Wort "Panik" oder "Platzangst" denken darf - dann setzt es aus. Duisburg ist wieder sehr, sehr weit weg. Traurig.

2) Die Preissteigerung um satte 22% im Vergleich zumletzten Jahr. Es wurde viel geboten, schön und gut, aber warum dann das unsinnige Wegwerfen von mitgebrachtem und noch originalverpacktem (!!) Essen? Ein Freund hatte Waffeln dabei - die Tüte noch verschlossen. Es musste sie logischerweise vor dem Faderhead-Konzert abgeben, legte die Tüte zu den Securities mit der Bitte um Verwahrung, er würde sie nach dem Konzert wieder abholen. Danach marschierte er auch sofort zu den Sicherheitsleuten- und fand seine Waffeln im Müllcontainer. 3 Euro verschwendet. Ein Unding, das mich dezent wütend und auch traurig macht.

3) - und jetzt trete ich einigen auf die Füße -
Manche Personen - ich sage nur "außen hui, innen Pfui."
Was mir auf einem gewissen Treffen beziehungsweise von einigen wenigen "Membern" teilweise an Arroganz entgegenschlug - da dreht sich mir der Magen um. Gut, man muss nicht das örtliche Theater um Requisiten bitten, aber dann inmitten von durchgeplanten und formvollendeten Kleidern und Roben in Alltagsklamotten herumzulaufen und dann noch eine - ich nenne es mal Arroganz, das Substantiv beschreibt aber nicht gänzlich was ich meine - an den Tag zu legen - nein danke.
Ich habe nicht nur auf der erwähnten Zusammenkunft Mitglieder getroffen; fast alle waren sehr herzlich, offen und einfach nur nett. Menschen also, mit denen man sich gern unterhält, sich für das nächste Jahr verabredet und sich gern an sie zurückerinnert.
Aber auch unter den Mitgliedern gibt es schwarze Schafe. Ein Beispiel: 3 Jahre jünger als ich, muss sich ein "hallo" fast schon unter Höllenqualen abringen, legt keinerlei Anstand an den Tag (mir hat man noch beigebracht, dem Gesprächspartner in die Augen zu sehen wenn ich mich unterhalte) und beweist eine Selbstverliebtheit, von der sich noch so mancher Politiker eine dicke Scheibe abschneiden kann.
Mag sein dass diese Person ein großes Nähtalent ist und ja, ein bestandenes Abitur löste auch bei mir einen gewissen geistigen Höhenflug aus - aber was hat diese Person bisher in ihrem Leben geschafft? Schule, Abitur, Nähen. Tooooooooll.
There's more to life than that.
Natürlich ist das Abitur eine solide Grundlage, vom Durchschnitt einmal abgesehen (nach dem auch nur ein einziges Mal gefragt wird). Aber es ist auch nur der erste Schritt auf einem langen Weg, der noch viel an Veränderung und auch Selbstentwicklung bringt und auch erfordert. Nicht mehr und nicht weniger. Und das Elternhaus allein ist kein Garant für Erfolg, auch in unserer Vitamin-B Gesellschaft nicht.
Ich hoffe nur, dass betreffende Person diese Einsicht auch bald ereilt.....


Ich ereifere mich jetzt auch nicht mehr über gewisse Medizinstudenten, die angesichts schwer kranker, missgebildeter Kinder in lautes Gelächter ausbrechen und mich bzw. die Gäste zum WGT ob unserer Kleidung und vielleicht auch Musikvorliebenals "krank", "Freaks" oder "Missgeburten" darstellen... ich möchte nur mit einem Zitat aus dem Drama Antigone schließen:


„Es gibt viel Unheimliches und doch ist nichts unheimlicher als der Mensch.“
Sophokles



Ich wünsche euch eine schöne Woche!


edit: Gefunden bei Marzi Panik :)



edit 2:
Endlich sind F. "Darkshizo" Poschenrieders Bilder online, zu finden bei Verlorene Seelen. Insgesamt eine sehr schöne, stimmungsvolle Fotoreportage aus Meisterhand - was sich sichtlich auf die Bilder auswirkt.

Et moi:









(Achtung: ich besitze NICHT die Rechte an den Bildern von Verlorene Seelen! Für rechtliche Hinweise, folgt bitte dem Link!)

7 Kommentare:

  1. hmm, das was du beschreibst, durfte ich auch schon sehr oft erleben...traurig, aber das Zitat trifft es doch genau!
    Schön, dass du trotz einiger fremdmenschlicher Miseren ein schönes WGT hattest! Dir auch eine schöne Woche!

    AntwortenLöschen
  2. Es gibt etwas wichtigeres, als das Abitur? Ach komm *lach*

    AntwortenLöschen
  3. Also ich fand es schön, dich mal zu treffen und habe unser kurzes Pläuschchen sehr genossen. Kann nichts dafür, dass ich so wuselig bin - wenn ich gute Laune habe, habe ich tierisch Hummeln im Hintern. :D

    PS: Man kann auch gut auf selbsterkorene Schneidereihalbgötter verzichten. Halte dich an die Bekloppten auf der Welt - mit denen hat man am meisten Spaß. ^^

    PPS: Du sahst wundervoll aus!

    AntwortenLöschen
  4. @Marzi Panik: Du warst nicht gemeint, im Gegenteil - ich hab mich gern mit dir unterhalten und du sahst einfach toll aus :) Und wuselig war ich doch auch ;-)

    Danke für das Kompliment! *freu* Und - deine Blogbilder sind wirklich toll :) Könntest du mir das von mir bitte zukommen lassen?

    AntwortenLöschen
  5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  6. Und mal ganz von dem philosophischen Maskengelaber mal abgesehen: deine Maske und das Outfit drumrum auf dem CT hat mir echt gut gefallen^^

    AntwortenLöschen
  7. ...und der obige Post hoffentlich jetzt ohne Rechtschreibfehler:
    Betreffende Person hat diese Einsicht durchaus ereilt.
    Und weder das Abitur, noch eine gewisse Nähsucht machen einen Menschen aus, noch seine Kleidung, seine zur Schau getragene Oberflächlichkeit noch das Elternhaus. Was einen Menschen und das Leben ausmacht, das was man ereicht hat, nie erreichen wird und das was man vielleicht irgendwann schafft- das steht auf keiner Nasenspitze.
    Und ist auch nicht das, was man auf der Maske, die man anlegt wenn man tagtäglich aus dem Haus geht- oder schreitet, im Fall des WGTs- obenauf trägt. Masken dienen dem Selbstschutz, der Maskierung, des Versteckens der eigenen Person, dem Verschleiern der Wirklichkeit und der Verletzlichkeit.
    Sorry das ich sehr sehr komische
    war an der Bushaltestelle, und das ist mir auch bewusst, ich war VÖLLIG überfordert und kaputt und müd. Social Overflow, der werte Herr Flederzick hat das schön in Worte gepackt... ich weiß wo meine gewaltigen Schwächen sind. Und da wär hier als erstes soziales miteinander zu nennen... Nadel und Faden erwarten so etwas nicht von einem...
    Sagte es und setzte wieder ihre Maske auf, ohne ebenjene man in dieser Gesellschaft keinen Bestand hat. Und sich selbst nie schützen könnte.
    5. Juli 2011 06:43

    AntwortenLöschen